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Hochprozentige Beifahrer


"Die drei Bier stecke ich doch locker weg". Alkohol ist nach wie vor eine wichtige Unfallursache, auch wenn es auf den ersten Blick überraschen mag, dass 2009 lediglich 5,6 % aller Unfälle mit Personenschaden auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Betrachtet man die besonders schwerwiegenden Unfälle mit Todesfolge, so waren 2009 immerhin 11 % auf Alkohol zurückzuführen (Statistisches Bundesamt), dies war also fast jeder neunte Getötete. Die Problematik ist nicht auf junge Fahrer beschränkt, doch sind sie überdurchschnittlich betroffen. Sie stellen 25 % aller an einem Unfall mit Getöteten oder Verletzten beteiligten Pkw-Fahrer unter Alkoholeinfluss.

 

Quelle: Statistisches Bundesamt
Grafik: Besonders junge Männer sind alkoholisiert an Unfällen beteiligt.

Alkohol am Steuer

 

Die meisten Unfälle in Verbindung mit Alkohol ereignen sich spät abends oder in der Nacht. Bei vielen Diskounfällen etwa ist Alkohol im Spiel. Manche Jugendlichen ignorieren das Problem ganz einfach, andere halten dem Druck ihrer Clique nicht stand: "Komm schon, du hast doch nur wenig getrunken, und wir müssen noch zurück!". Die meisten vertrauen darauf, dass sie nicht mehr als 0,5 Promille haben, "was ja erlaubt ist". Ein folgenschwerer Irrtum: Schon kleine Mengen Alkohol beeinflussen die Fahrtüchtigkeit. Wer in einen Unfall verwickelt wird, trägt auf jeden Fall eine Mitschuld. Und schon bei 0,3 Promille Alkohol im Blut kann einem der Führerschein entzogen werden.

 

Zwar wirkt Alkohol bei jedem anders und hängt von der jeweiligen Stimmung und Tagesform ab, in jedem Fall aber wird die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt.

 

  • Schon kleine Mengen Alkohol lassen einen sorgloser und leichtsinniger werden.
  • Man schätzt die eigenen Fähigkeiten höher ein, als sie sind.
  • Bereits bei 0,2 Promille nimmt die Sehfähigkeit ab.
  • Alkohol wirkt wie eine Sonnenbrille, die Augen können sich der Dunkelheit nicht anpassen.
  • Das Blickfeld ist eingeschränkt (Tunnelblick), räumliches Sehen nimmt ab.
  • Entfernungen erscheinen größer.
  • Das Gleichgewicht und die Bewegungskoordination sind gestört.
  • Die Aufmerksamkeit lässt nach.
  • Die Reaktionszeit wird länger, die Reaktionen langsamer und unsicherer.

 

Auch Restalkohol birgt Gefahren. Der Körper baut maximal 0,15 Promille pro Stunde ab. Nach einer durchzechten Nacht hat man morgens noch jede Menge Alkohol im Blut.

 

Ernüchternde Folgen

 

Wer unter Einfluss von Alkohol fährt, macht sich in jedem Falle strafbar. Es droht nicht nur der Führerscheinentzug, sondern auch eine saftige Geld- oder Freiheitsstrafe. Dazu gesellt sich der Verlust von Teilen der Haftpflichtversicherung. Zwar tritt die Kfz-Haftpflicht in Vorleistung, kann den Versicherungsnehmer aber in Regress nehmen. Außerdem springt die Kaskoversicherung nicht ein, wenn ein Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde - und Fahren unter Alkohol gilt als grobe Fahrlässigkeit.

 

Auch Beifahrer riskieren den Führerschein, wenn sie mit jemanden ins Auto steigen, der getrunken hat. Wer erkennt, dass der Fahrer nicht mehr fahrtüchtig ist, muss versuchen, diesen an der Fahrt zu hindern. Wer dennoch mitfährt, riskiert beim "Erwischtwerden" seinen Lappen.

 

Null-Promille für Fahranfänger

 

Seit dem 1. August 2007 gilt ein generelles Alkoholverbot für Fahranfänger. Das Gesetz schreibt für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres eine Null-Promille-Grenze vor. Damit soll der besonderen Gefährdung junger Fahrer begegnet werden. Die fehlende Routine beim Autofahren, ein Mangel an Erfahrung, Risikofreude und eine Überschätzung des eigenen Könnens bilden das spezifische Gefahrenpotenzial von Fahranfängern. Untersuchungen belegen, dass ihr Unfallrisiko schon bei der geringen Menge von 0,1 Promille Alkohol um 25% steigt und sich bei 0,5 Promille sogar verdoppelt.

 


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