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Nachtfahrverbot am Wochenende?


Name: Nachtfahrverbot am Wochenende?
Thema: Nachtfahrten und Diskounfälle
Methode: Englische Debatte
Fächer: Deutsch, Ethik, Pädagogik, Politik, Religion, Sozialwissenschaften
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule
Zeit: 1 Stunde, 2 Stunden
Schwerpunkte: Alkohol, Diskounfälle - Wochenendfahrten, Fahrverbot, Mitfahrer

Nachtfahrverbot am Wochenende?


Quelle: GWM /DVR
Party im Auto

Sachinformation

 

Fahrten in den Nachtstunden des Wochenendes, sog. Diskounfälle, sind extrem unfallträchtig für Fahranfänger. Unter Diskounfällen versteht man alle Fahrten, die im Zusammenhang mit jugendlichen Freizeitaktivitäten am Wochenende stehen. In den Abend- und Nachtstunden des Wochenendes, besonders freitags von 22 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 0 und 6 Uhr verunglücken sehr viele junge Leute tödlich. In diesen 14 Stunden des Wochenendes kam jeder fünfte (20,5 %) der 737 im Jahr 2011 bei Verkehrsunfällen getöteten 18- bis 24-Jährigen ums Leben. Grund genug, das Thema im Unterricht zu behandeln. Mit der provokativen Frage: "Nachtfahrverbot am Wochenende?".

 

Risikoerhöhende Faktoren für Diskounfälle sind:

  • lange Wachzeiten und Müdigkeit
  • Dunkelheit und schlechte Sichtverhältnisse
  • geringere Verkehrsdichte, die zu höherer Fahrgeschwindigkeit verleiten kann
  • Alkohol und / oder Drogen
  • gruppendynamische Effekte:

    • Aufmerksamkeit auch für Mitfahrer
    • Mitfahrer senden Signale aus, die der Fahrer irrtümlich als Zeichen für die Ungefährlichkeit einer Situation deuten kann
    • allgemeine Ausgelassenheit, gute Stimmung und laute Musik im Auto

  • Wochenendfahrten dienen dem Abbau der in der Woche angesammelten Zwänge und Frustrationen

 

Ziele

 

 

Die Schüler sollen erkennen, dass das Risiko einer Fahrt stark von den Rahmenbedingungen und situativen Umständen abhängt, unter denen sie unternommen wird. Sie sollen solche Faktoren kennen und sich bewusst machen, dass sie speziell bei "Freizeitfahrten am Wochenende" vorliegen.

 

Methodische Hinweise

 

Englische Debatte

 

Der Kurs wird in zwei Diskussions- und eine Bewertungsgruppe aufgeteilt. Eine Diskussionsgruppe sucht Argumente für eine Position (hier: Nachtfahrverbot am Wochenende?), die andere Gegenargumente. Die Bewertungsgruppe (Jury) überlegt derweil, welche Argumente kommen könnten und versucht aus ihrer Sicht, die Kriterien zu bestimmen, die für die Beurteilung der Frage wesentlich sind. Diese Arbeitsphase dauert circa 15 Minuten. Jeweils drei Schülerinnen / Schüler beider Gruppen tragen ihre Argumente vor, Dauer pro Gruppe etwa zwei Minuten.

 

Danach folgt eine zweite Beratungsphase (5 - 10 Minuten), in der jede Gruppe auch bisher nicht bedachte Argumente der anderen Seite einbezieht. Nun folgt erneut eine Diskussionsrunde, in der wiederum jeweils drei Schüler beider Gruppen im Plenum jeweils etwa zwei Minuten in ständigem Wechsel ihre Positionen vertreten. Zum Schluss berät die Jury und vertritt die von ihr gefundene Bewertung vor der Klasse. Daran schließt sich eine allgemeine Diskussion an.

 

Der Lehrer kann - je nach Bedarf - zusätzliche Informationen einbringen. Stellung beziehen sollte er während der Debatte nicht. Auch nach der Debatte sollte er sich mit eigenen Wertungen zurückhalten. Ein Ringen um die besseren Argumente kennt kein richtig oder falsch. Das heißt nicht, dass er nicht seine Meinung deutlich machen sollte, falls er aus triftigen Gründen überhaupt nicht mit dem Ergebnis einverstanden ist.

 

Argumente pro und kontra

 

Mögliche Gründe für ein Nachtfahrverbot am Wochenende:

  • Höheres Unfallrisiko als im Hellen und an anderen Wochentagen.
  • Höherer Alkoholkonsum am Wochenende.
  • Der Fahrer will seinen Mitfahrern imponieren.
  • Partystimmung im Auto macht das Fahren in jedem Falle gefährlich, auch wenn der Fahrer nichts getrunken hat.
  • Nachts sind viele Fahrer völlig übermüdet.
  • Die wenig befahrenen Straßen verleiten zu höherer Geschwindigkeit.
  • Manchmal werden Wettrennen durchgeführt.

 Mögliche Gründe gegen ein Nachtfahrverbot am Wochenende:

  • Ohne Pkw keine Erreichbarkeit von Freizeiteinrichtungen (Disko, Kneipe etc.).
  • Nur weil einige unvernünftig fahren, sollen alle bestraft werden?
  • 18-Jährige sind volljährig, sie müssen die gleichen Rechte haben wie die Älteren.
  • Nur durch Fahrpraxis - auch in der Dunkelheit - werden Anfänger sicherer.
  • Junge Frauen sind besonders gefährdet, wenn sie alleine und ohne Auto nach Hause müssen.

 


Argumentationshilfen nach: Jugend & Verkehr. Projekte für die Sekundarstufe II. Heft 5: Risiko und Risikoverhalten, Meckenheim 1998, S. 37

 


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Diskounfälle


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