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Schnell - Schneller - Angekommen?


Name: Schnell - schneller - Angekommen?
Thema: Geschwindigkeit als Unfallursache Nr. 1
Methode: Statistik lesen
Material / Medien: Arbeitsblatt
Fächer: Deutsch, Politik, Sozialwissenschaften
Einsatzort: Berufskolleg / Berufsschule / Gymnasium / Gesamtschule
Zeit: 1 Stunde, 2 Stunden
Schwerpunkte: Einstellung, Geschwindigkeit, Risikoeinschätzung, Risikoverhalten, Selbstüberschätzung, Unfallursache, Sozialverhalten

Schnell - Schneller - Angekommen?


Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn
Nicht angepasste Geschwindigkeit ist Unfallursache Nr. 1

Sachinformation

 

"Nicht angepasste Geschwindigkeit" spielt bei Unfällen eine herausragende Rolle. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stellt die Polizei 2005 bei den 18- bis 24-jährigen Pkw-Fahrern folgende Rangfolge der Unfallursachen fest:

 

1. Nicht angepasste Geschwindigkeit (22 %)

2. Abstand (11 %)

3. Vorfahrt / Vorrangfehler (10 %)

4. Abbiegen, Wenden, Anfahren ... (6,2 %)

5. Alkohol (4,7 %)

6. Falsche Straßenbenutzung (3,7 %)

 

Die drastische Vorrangstellung der Geschwindigkeitsunfälle wird noch deutlicher, betrachtet man die tödlichen Unfälle junger Fahrerinnen und Fahrer: Fast jeder zweite Unfall mit Todesfolge 2005 war darauf zurückzuführen.

 

1. Nicht angepasste Geschwindigkeit (46 %)

2. Falsche Straßenbenutzung (10,2 %)

3. Alkoholeinfluss (9,4 %)

 

Die Faszination durch Geschwindigkeit und das rauschhafte Selbsterleben bei schnellem Dahingleiten liegen im Zentrum der psychologischen Unfallursachen. Dies betrifft besonders junge Menschen, die - entwicklungsbedingt - einerseits zum Ausprobieren und Experimentieren neigen, deren Fähigkeit zur Selbstkritik und -kontrolle andererseits noch nicht voll entwickelt ist.

 

Dieser Zusammenhang ist pädagogisch äußerst sensibel. Vor allem im Zusammenhang mit der Geschwindigkeitsthematik gilt es, jegliches Moralisieren zu vermeiden. Ein neutrales Aufarbeiten der weit verbreiteten Neigung zu hoher Geschwindigkeit bietet bessere Chancen, die Fähigkeit zur Selbstkontrolle zu stützen.

 

Ziele

 

Die Schüler setzten sich mit den Unfallursachen junger Fahrer auseinander. Sie lernen, dass "nicht angepasste Geschwindigkeit" die Unfallursache Nr. 1 ist.

 

Arbeitsblatt

 

Das Arbeitsblatt "Schnell - Schneller - Angekommen?" beinhaltet drei Tabellen zu Unfallsursachen junger Fahrer:

 

Tabelle 1: Unfallursachen 18- bis 24-Jähriger (alle Unfälle)

  • "Nicht angepasste Geschwindigkeit" ist bei jungen Fahrern mit weitem Abstand die häufigste Unfallursache. 2004 fuhr fast jeder vierte unfallbeteiligte Pkw-Fahrer dieser Altersgruppe (22 %) zu schnell. "Abstandfehler" (11 %) sowie "Vorfahrt-/ Vorrangfehler" (10 %) sind die zweithäufigsten Unfallursachen. Es folgen "Abbiegefehler" (6,2 %), "Einfluss von Alkohol" (4,7 %), "falsche Straßenbenutzung" (3,7 %) sowie "Fehler beim Überholen" (3,1 %). Drogen tauchen statistisch nur im Promillebereich auf, auch bedingt durch die immer noch unzureichenden Kontrollmöglichkeiten.

 

Tabelle 2: Unfallursachen 18- bis 24-Jähriger (Unfälle mit Getöteten)

  • Betrachtet man die Unfälle mit tödlich Verunfallten, ergibt sich ein anderes Bild: Fast die Hälfte aller Opfer der 18- bis 24-jährigen Pkw-Fahrer verlor aufgrund "nicht angepasste Geschwindigkeit" ihr Leben (46 %). Auf Platz zwei und drei rangieren bereits "falsche Straßenbenutzung" (10,2 %) "Alkohol" (9,4 %). Es folgen "Fehler beim Überholen" (8,5 %). "Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren" (3,6 %) und "Vorfahrtsfehler" (3,4 %) waren dagegen seltener Unfallursache.

 

Tabelle 3: Unfallursachen 18- bis 24-Jähriger (alle Unfälle 2004) nach Männern und Frauen

  • "Nicht angepasste Geschwindigkeit" ist bei beiden Geschlechtern das Fehlverhalten Nr. 1, allerdings gibt es signifikante Unterschiede. 24 % der männlichen Pkw-Fahrer fuhren zu schnell, aber nur 16 % der Fahrerinnen. Männer fielen auch häufiger durch "falsche Straßenbenutzung" (5,3 % gegenüber 4,9 %) und "Fehler beim Überholen" (3,9 % zu 1,9 %) auf. Frauen begingen dagegen häufiger "Vorfahrts-/Vorrangfehler" (10 % zu 8,9 %).


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