Zahl der getötete jungen Fahrer 2007 weiter rückläufig
Erstmals liegt die Zahl der im Straßenverkehr getöteten 18- bis 24-Jährigen unter 1.000. Dennoch war auch 2007 keine andere Altergruppe so gefährdet wie die Gruppe der jungen Fahrer. Die positive Entwicklung gilt nach Aussage des Statistischen Bundesamtes auch für die Gesamtzahl der im Verkehr Getöteten. Sie sank erstmals unter 5.000. Negativ fiel die Unfallbilanz der Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahre aus.
Junge Fahrer
Gegenüber 2006 ging die Verkehrstotenzahl der 18- bis 24-Jährigen 2007 um 4 % auf 971 zurück. Fahranfänger waren auch 2007 die mit Abstand am stärksten gefährdete Altersgruppe. Jeder fünfte Verunglückte und Getötete (je 20 %) gehörte ihr an, ihr Bevölkerungsanteil lag dagegen nur bei 8,3 %. Gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtzahl der verunglückten jungen Männer und Frauen - um 3,3 % auf 87.109.
Autofahren ist für die Altersgruppe besonders reizvoll. Der Preis hierfür ist hoch: Zahlreicher als andere Altersgruppen verunglücken junge Erwachsene in einem Pkw. 26 % aller verunglückten und 29 % aller getöteten Pkw-Insassen im Jahr 2007 waren im Alter von 18 bis 24 Jahren. Gegenüber 2006 ist die Zahl der im Pkw getöteten jungen Fahrer sogar um 17 Personen gestiegen (+ 2,3 %). Mit Abstand der häufigste Fehler bei Unfällen war eine "nicht angepasste Geschwindigkeit".
Jugendliche von 15 bis 17 Jahren
Die Unfallbilanz für die 15- bis 17-Jährigen fiel negativ aus. Mit 176 Jugendlichen, die 2007 ihr Leben verloren, waren dies drei Tote mehr als in 2006 (+ 1,7 %). Da die Einwohnerzahl der Altersgruppe im vergangenen Jahr gleichzeitig schrumpfte, ist das bevölkerungsbezogene Risiko stärker gestiegen. Auf ihre Einwohner bezogen verunglückten 962 Jugendliche (+ 4,0 %) je 100.000 Einwohner und starben 63 Jugendliche (+ 5,0 %) je 1 Million Einwohner im Straßenverkehr.
Mehr als ein Drittel (35 %) der getöteten 15- bis 17-Jährigen starben als Fahrer eines motorisierten Zweirades, davon waren die meisten (85 %) junge Männer. 43 % wurden als Pkw-Insassen bei einem Straßenverkehrsunfall getötet. Dabei hatten 11 Jugendliche den Pkw, in dem sie starben, selbst gefahren, davon waren wiederum 10 männlich. Nicht motorisiert unterwegs waren 31 Jugendliche als sie ums Leben kamen, 20 als Fußgänger und 11 als Radfahrer.
Allgemeine Entwicklung
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, kamen 2007 in Deutschland insgesamt 4.949 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Damit hat sich die positive Entwicklung der letzten Jahre mit einer Abnahme um 142 Personen gegenüber dem Vorjahr fortgesetzt (- 2,8 %). Seit Einführung der Statistik 1953 wurden noch nie so wenige Verkehrstote auf deutschen Straßen gezählt. Die meisten Opfer verlieren nach wie vor auf Landstraßen ihr Leben, 2007 waren es 61 % aller Getöteten.
Trotz dieser Bilanz dürfte die Entwicklung der letzten sechs Jahre nicht ausreichen, die Zielsetzung der Europäischen Union, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 zu halbieren, für Deutschland zu erfüllen. Seit 2001, dem Bezugsjahr für die EU-Vorgabe, ist die Zahl der Unfalltoten um 29 % gesunken.
Entgegen der Entwicklung bei den Getöteten wurden 2007 bei Verkehrsunfällen mehr Personen verletzt. Die Zahl der Schwerverletzten stieg um 1,3 % auf 75.443, die der Leichtverletzten um 2,3% auf 355.976. Auch musste die Polizei insgesamt 4,5 % mehr Unfälle (2,3 Millionen) aufnehmen als 2006. Die Unfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden, nahmen um 2,4 % auf 335.845 zu, die Unfälle mit ausschließlich Sachschaden stiegen um 4,8 % auf 2 Millionen.





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