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Unfallpyramide - Straßenverkehrsunfälle 2005


Name: Unfallpyramide - Straßenverkehrsunfälle 2005
Thema: Straßenverkehrsunfälle nach Altersjahren pro 100.000 Einwohner
Methode: Statistik lesen
Material / Medien: Materialblätter P1, P2, P3, P4, P5, P6
Fächer: Geographie - Erdkunde, Pädagogik, Politik, Sozialwissenschaften,
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Realschule
Zeit: 2 Stunden, 3 Stunden, 4 Stunden
Schwerpunkte: Gender, Statistik, Unfallursache, Verkehrsunfälle

Unfallpyramide - Straßenverkehrsunfälle 2005


Quelle: Statistisches Bundesamt
Straßenverkehrsunfälle 2005 - Verunglückte

Statistiken

  

Statistiken stellen komplizierte Sachverhalten, bei denen Zahlenangaben eine aussagekräftige Rolle spielen, übersichtlich dar. Wenig verwunderlich, dass man ihnen überall begegnet, in Zeitungen und Büchern, im Fernsehen und im Internet. Die Informationen, die eine Statistik beinhaltet, erschließen sich freilich nur dem, der sie zu lesen vermag. Es bedarf einiger Übung, um den Wert und die Glaubwürdigkeit von Statistiken richtig einschätzen zu können.

 

Winston Churchills Bonmot "Ich glaube nur den Statistiken, die ich selbst gefälscht habe," mahnt zur Vorsicht. Auch wenn man sich den Standpunkt des britischen Politikers nicht zu Eigen macht, sollte man kritisch an aufbereitetes Zahlenmaterial herangehen und prüfen, wie verlässlich und aussagekräftig die Angaben sind.

 

Die zentralen Fragen lauten:

  • Was genau wurde gemessen?
  • Wer hat die Daten erhoben?
  • Wie valide sind die Aussagen, d.h. in welchem Maße stimmen die Ergebnisse mit dem tatsächlichen Sachverhalt überein?
  • Wie repräsentativ sind die Ergebnisse?

 

Erst wenn diese Fragen geklärt sind, kann man mit statistischen Daten arbeiten. Die nackten Zahlen sagen oft relativ wenig aus. Sie teilen dem Betrachter meist erst etwas mit, wenn er sie in Beziehung zu anderen setzt.

 

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes

 

Die Unfallpyramide P 1 "Straßenverkehrsunfälle 2005 - Verunglückte" zeigt die Verunglückten nach Altersjahren pro 100.000 Einwohner, darunter verunglückte Pkw-Benutzer. Die Schüler können der Statistik wichtige Informationen über die Unfallhäufigkeit in den verschiedenen Altersstufen entnehmen und die signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern herausarbeiten. (P 4 zeigt alternativ die absoluten Zahlen.)

 

Die Angaben fußen auf der Straßenverkehrsunfallstatistik für das Jahr 2005 des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Die Daten sind zuverlässig, die Behörde ist verpflichtet zu Objektivität, Neutralität und Unabhängigkeit.

 

Dennoch spiegeln sie nur einen Teil der Realität wider. Das publizierte Material beruht auf Angaben, die Polizisten am Unfallort erfasst haben. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass sämtliche Unfälle, bei denen die Polizei nicht hinzugezogen wurde, nicht in der Statistik enthalten sind. Beispielsweise Unfälle, bei denen außer dem Unfallverursacher niemand beteiligt war - etwa bei Alleinunfällen in der Nacht - oder solche, bei denen es zu einer gütlichen Einigung zwischen den Unfallparteien kommt. Speziell leichtere Unfälle mit geringem Sachschaden oder marginalen Verletzungen sowie solche, bei denen motorisierte Fahrzeuge nicht beteiligt sind, werden oft nicht registriert. Es ist davon auszugehen, dass der Anteil der nicht erfassten Unfälle an der Gesamtzahl der sich tatsächlich ereignenden Unfälle (Unfalldunkelziffer) mit zunehmender Unfallschwere zurückgeht. Die Erhebung erfasst also primär schwere und schwerste Verletzungen, bzw. Unfälle mit hohem Sachschaden.

 

Straßenverkehrsunfälle 2005 - Verunglückte

 

Kernaussagen

 

Die Schüler sollen folgende Punkte herausarbeiten:

  • Männer verunglücken von Kindesbeinen an deutlich häufiger als Frauen.
  • Die Unfallgefahr nimmt bei kleineren Kindern von Jahr zu Jahr zu.
  • Der Anteil der Kinder, die im Pkw verunglücken, ist mit einem Jahr bereits relativ hoch, daran ändert sich bis zum Alter von rund 16 Jahren wenig. (Mädchen verunglücken in diesen Jahren als Pkw-Mitfahrer insgesamt etwas häufiger als Jungen, was allerdings bei der vorliegenden Darstellung nur erahnt werden kann.)
  • Die stärkste Unfallzunahme liegt bei Jungen zu Beginn der motorisierten Verkehrsteilnahme (Alter 15, Mofa-Führerschein), steigt mit 16 nochmals deutlich an (Moped, Mokick). Die Zahl der Unfälle als Pkw-Mitfahrer nimmt ebenfalls zu; Ausflüge mit Freunden, der Clique usw.
  • Auch bei Mädchen nehmen die Unfallzahlen in diesem Alter deutlich zu, allerdings auf niedrigerem Niveau als bei Jungen. Die Zahl der Unfälle als Pkw-Mitfahrer wächst ebenfalls; Ausflüge mit Freunden, der Clique usw.
  • Mit Erwerb des Führerscheins steigt die Zahl der Verunglückten als Pkw-Benutzer (Fahrer und Beifahrer) um ein Mehrfaches an.
  • Mit 18 erreicht die Unfallhäufigkeit bei beiden Geschlechtern ihren Kulminationspunkt, um danach Jahr für Jahr wieder abzunehmen.
  • Bei der Gruppe der jungen Fahrer (18 bis 24 Jahre) ist die Unfallhäufigkeit junger Männer deutlich höher als der junger Frauen, sowohl als Pkw-Benutzer als auch bei sonstiger Verkehrsteilnahme.
  • Dieser Trend hält im Erwachsenenalter an.
  • Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Verkehrsunfälle ab, erst mit Mitte 70 steigt die Zahl der Verunfallten wieder. Prozentual wächst die Zahl der Unfälle älterer Menschen wieder deutlicher, besonders die der älteren Männer, da es in dieser Altersgruppe einen deutlichen Frauenüberschuss gibt (vgl. P 3: Bevölkerungspyramide: Altersaufbau der Bevölkerung Deutschlands 2004).
  • Bei Senioren haben selbst kleinere Unfälle als Fußgänger oder Radler aufgrund der generell höheren Verletzungsanfälligkeit älterer Menschen deutlich gravierendere Folgen.

 

Aufgabenstellung

 

a) Arbeiten Sie die Kernaussagen über die Straßenverkehrsunfälle heraus.


b) Welche Gründe und Ursachen könnten den von Ihnen aus der Unfallpyramide herausgearbeiteten Tatsachen zugrunde liegen?

 

Die Schüler erarbeiten die Informationen aus der Unfallpyramide einzeln oder in Partnerarbeit. Anschließend werden die wichtigsten Punkte an der Tafel gesammelt.

 

Aufgabe b eignet sich zur Kleingruppenarbeit. Jede Gruppe nimmt sich ein besonderes Phänomen vor und überlegt, welche Ursachen ihm zugrunde liegen könnten.

 

Die genannte Aufgabenstellung ist allgemein gehalten. Selbstverständlich können Sie auch bestimmte Merkmale durch die Schüler erarbeiten lassen, z.B. Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Straßenverkehrsunfälle der 18 bis 24-Jährigen usw.

 

Alternativ können die Schüler auch anhand der Zahlen des Arbeitsblattes P 4 arbeiten.


Quelle: Statistisches Bundesamt
Straßenverkehrsunfälle 2005 - Getötete

Ergänzung:

Straßenverkehrsunfälle 2005 - Getötete

 

Kernaussagen

 

Die Unfallpyramide P 2 "Straßenverkehrsunfälle 2005 - Getötete" zeigt die Zahl tödlich Verunfallter nach Altersjahren pro 100.000 Einwohner, darunter verunglückte Pkw-Benutzer. (P 5 zeigt alternativ die absoluten Zahlen.)

 

Die Schüler sollten folgende Punkte herausarbeiten:

  • Männer sind von Kindesbeinen an gefährdeter als Frauen. Dies zeigen deutlich die Zahlen der Getöteten im Straßenverkehr nach Altersjahren je 100.000.
  • Ab ca. 14 Jahren nimmt die höhere Gefährdung der Jungen weiter sichtbar zu. Sie steigt mit einsetzender Motorisierung nochmals signifikant an.
  • Mit dem Führerscheinerwerb steigt die Zahl der getöteten jungen Männer nochmals deutlich.
  • Nach den ersten beiden Jahren der Volljährigkeit sinkt die Zahl der Getöteten wieder.
  • Von den getöteten Frauen sind nicht wenige als Beifahrerinnen unterwegs.
  • Bis zum Alter von 30 Jahren nimmt die Zahl der Getöteten kontinuierlich ab.
  • Im Alter zwischen 30 und 70 Jahren bleibt die Zahl der tödlich Verunglückten relativ konstant.
  • Ab Mitte 60 steigt die Zahl der tödlich Verunfallten wieder an.
  • Besonders signifikant ist die Zunahme der tödlich verunfallten Männer. Es gilt zu beachten, dass es ab ungefähr 60 Jahren einen deutlichen Frauenüberschuss gibt (vgl. P 3: Bevölkerungspyramide: Altersaufbau der Bevölkerung Deutschlands 2004).
  • Es muss berücksichtigt werden, dass die höhere Verletzungsanfälligkeit im Alter öfter zu schwerwiegenden Folgen führt als bei jüngeren Leuten.

 

Aufgabenstellung

 

a) Arbeiten Sie die Kernaussagen über die im Straßenverkehr tödlich Verunfallten heraus.


b) Welche Gründe und Ursachen könnten dieser Entwicklung zugrunde liegen?

 

Alternativ können die Schüler auch anhand der Zahlen des Arbeitsblattes P 5 arbeiten.

 

Alle Angaben nach Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Verkehr. Unfälle von 18- bis 24-Jährigen im Straßenverkehr 2005, Wiesbaden 2005 (pdf unter www.destatis.de)

 


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