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Wer ist hier eigentlich der Fahrer?


Name: Wer ist hier eigentlich der Fahrer?
Thema: Gruppendruck
Methode: Karikatur
Material / Medien: Arbeitsblatt
Fächer: Deutsch, Ethik, Pädagogik, Politik, Religion, Sozialwissenschaften
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule
Zeit: 1 Stunde, 2 Stunden
Autor / Projektträger: Jugend und Verkehr. Projekte für die Sek. II. Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht
Schwerpunkte: Alkohol, Extramotive, Diskounfälle - Wochenendfahrten, Gruppendruck, Gruppenfahrten, Imponiergehabe, Mitfahrer

Wer ist hier eigentlich der Fahrer?


Wer ist der Fahrer?

Sachinformation

 

Das Verhalten im Straßenverkehr ist in hohem Maße von sozialen Einflussgrößen abhängig. So können sich in Gruppensituationen die Risikobereitschaft des Einzelnen und seine Neigung zu aggressivem Verhalten beträchtlich erhöhen. In Befragungen gaben jugendliche Autofahrer an, schneller, abgelenkter und "lockerer" zu fahren, wenn jüngere und gleichaltrige Mitfahrer anwesend sind. (Deutlich ältere Mitfahrer führen eher zu einer aufmerksameren und vorsichtigeren Fahrweise). Auch Beobachtungen in Motorradclubs legen nahe, dass beim Fahren in Gruppen die Risikoneigung höher als bei Einzelfahrten sein kann.

 

In Gruppensituationen kann der Fahrer die Verpflichtung erleben, den (tatsächlichen oder nur vermuteten) Erwartungen der Mitfahrer nach einem zügigen und souveränen Fahrstil nachzukommen. Er kann dazu neigen, in riskantem Fahren eine Möglichkeit zu sehen, Mitfahrern seine Kompetenz unter Beweis zu stellen und größere Anerkennung und Bewunderung zu erreichen.

 

Anfänger mit wenig Erfahrung tendieren leicht dazu, bei der Interpretation von Verkehrssituationen auch auf Vorschläge ihrer Mitfahrer zu hören. Wenn diese ausgelassen und fröhlich zu schnellerem Fahren auffordern, kann der Fahrer zur Einschätzung kommen, die Verkehrssituation sei ungefährlich.

 

Dass das eigene Verhalten und die eigene Einschätzung durch das Beobachten des Verhaltens anderer beeinflusst werden, zeigt etwa folgendes Beispiel: Wer auf schneebedeckter Fahrbahn oder bei Nebel von vielen Fahrern überholt wird, erhöht fast automatisch die eigene Geschwindigkeit: "Wenn viele so schnell fahren, dann kann es so gefährlich nicht sein!".

 

Immer wenn Fahrer sich zu riskantem Fahren verleiten lassen, grenzen sie sich nicht genügend gegen andere (Mitfahrer, andere Fahrzeugführer) ab. Sie geben ihr Selbstbestimmung auf und das Steuer regelrecht aus der Hand. Sie geben dem "Druck", der von anderen - eventuell auch unbeabsichtigt - ausgeht, nach und werden schwach. Obwohl sie am Steuer sitzen, lassen sie sich von anderen "fahren". Sie legen ihr Schicksal in die Hände eines anderen, den sie u. U. noch nicht einmal kennen.

 

Ziele

 

Schüler sollen

  • lernen, dass sich Fahrer oft durch mitfahrende Personen oder andere Verkehrsteilnehmer zu riskantem Verhalten hinreißen lassen,
  • erkennen, dass viele Fahrer Entscheidungen nicht selbst treffen, sondern das Steuer gleichsam aus der Hand geben,
  • darüber nachdenken, inwieweit sie in Anwesenheit von Mitfahrern zu einer riskanteren Fahrweise neigen.

 

Arbeitsblatt

 

Die in einer Mitfahrersituation möglicherweise wirksamen gruppendynamischen Prozesse lassen sich durch die Besprechung des Arbeitsblattes "Wer ist hier eigentlich der Fahrer?" herausarbeiten.

 

Zur Vertiefung eignen sich folgende Fragen:

  • Was ist Ihnen eigentlich lieber? Allein zu fahren oder Mitfahrer dabei zu haben? Warum?
  • Hat es Auswirkungen auf Ihre Fahrweise, wenn Sie von Mitfahrern gelobt werden? Welche Auswirkungen haben Sie schon bei sich beobachtet?

 

Es bietet sich zusätzlich an, die Problematik auch aus der Sicht des Mitfahrers betrachten zu lassen.

 

Konzept nach: Geiler, Michael: Risiko und Risikoverhalten, in: Jugend & Verkehr. Projekte für die Sekundarstufe II., Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht, Meckenheim 1998, Heft 5, S. 13

 


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