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Fahr doch mal schneller!


Name: Fahr doch mal schneller!
Thema: Konfliktsituation
Methode: Dilemmadiskussion
Material / Medien: Arbeitsblatt
Fächer: Deutsch, Ethik, Pädagogik, Politik, Religion, Sozialwissenschaften
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule
Zeit: 1 Stunde, 2 Stunden
Autor/Projektträger: Jugend und Verkehr. Projekte für die Sek. II. Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht
Schwerpunkte: Dilemma, Gender, Mitfahrer, Risikoverhalten, Verantwortung

"Fahr doch mal schneller!"


Schneller fahren oder nicht?

Sachinformation

 

Konfliktsituationen können Belastungen darstellen, die in riskantes Verhalten einmünden. Die Geschichte "Fahr doch mal schneller" beschreibt eine sog. Dilemmasituation. Dies sind Konfliktsituationen, in denen sich ein Individuum zwischen Handlungsweisen entscheiden muss, die beide mit anerkannten Normen in Konflikt stehen. (Der Lehrer kann selbstverständlich auch von Schülern eingebrachte Dilemmata im Unterricht behandeln.)

 

Ziele

  • Bei Schülern soll die Fähigkeit gefördert werden, mit belastenden Situationen und Problemen konstruktiv umzugehen. 
  • Sie sollen in belastenden Konfliktsituationen sichere Entscheidungen treffen und riskantes (Verkehrs-)Verhalten vermeiden.
  • Ihre Wahrnehmung von Widersprüchen und Diskrepanzen im Denken über Problem- und Konfliktsituationen soll gefördert werden und damit das Auffinden neuer und besserer Lösungen moralischer Probleme.

 

Methodische Hinweise

 

Die Diskussion von Dilemmasituationen wurde von Kohlberg als Ansatz der moralischen Erziehung entwickelt. Dilemmadiskussionen sollen die Entwicklung des moralischen Urteilsvermögens, das eine wesentliche Voraussetzung für moralisches Handeln ist, anregen.

 

Die Diskussion der Dilemmasituationen könnte folgendermaßen ablaufen:

 

1. Konfrontation der Schüler mit der Situation (z.B. Vorlesen oder Ausgabe des Textes).

 

2. Jeder Schüler schreibt in Einzelarbeit auf, für welche Alternative er sich entscheidet und warum er dies tut. Bekanntgabe der Wahl in der Klasse (z.B. Handaufzeigen). Erste Sammlung von Gründen für die Entscheidung (Tafelanschrieb).

 

3. Kleingruppenarbeit: Diskussion der Entscheidungen und Begründungen. Folgende Arten von Kleingruppenarbeit sind möglich:

  • Schüler mit gleicher Ansicht arbeiten zusammen. Ihre Aufgabe besteht darin, Begründungen für ihre Position zu sammeln, die besten herauszusuchen und sie anschließend in der Klassendiskussion vorzutragen. Dabei sollen sie auch begründen, warum die eine Begründung geeigneter erscheint als die andere.
  • Schüler mit unterschiedlicher Ansicht zum Dilemma arbeiten zusammen. Sie sollen die besten Begründungen für die beiden Standpunkte finden und dann in der Klasse vorzutragen. Auch sollen sie erläutern, warum eine Begründung besser ist als die andere.
  • Wenn die Klasse einstimmig auf einer Position verharrt, ist folgende Alternative möglich: Bildung mehrerer gleich großer Gruppen. Zwei Gruppen erhalten die Aufgabe, Argumente für ein bestimmtes Verhalten zu sammeln, die anderen stellen Gegenargumente zusammen. Danach werden im Plenum die Argumente an der Tafel gesammelt.

 

4. Nachdem die Schüler eine Reihe anderer Argumente gehört haben, überdenken sie ihre ursprüngliche Position (Welches ist Ihrer Meinung nach das beste Argument der Gegenseite?).

 

Der Lehrer sollte vermeiden, die von ihm favorisierte Handlungsalternative den Schülern aufzudrängen. Seine Aufgabe besteht darin, die Diskussion anzuregen und zu steuern.

 

Arbeitsblatt

 

Das Arbeitsblatt "Fahr doch mal schneller!" beschreibt eine typische Dilemmasituation.

Fragen zur Geschichte: "Fahr doch mal schneller!":

1. Was soll Frank tun? Geschwindigkeit beibehalten oder schneller fahren?


2. Hat Frank eine Verpflichtung seiner Freundin gegenüber? Welche?


3. Was ist besser: Pünktlich zu sein oder so zu fahren, wie man es sich sicher zutraut?


4. Angenommen, Frank fährt nicht schneller und Larissa kommt daher zu spät.

  • Könnte Larissa ihm Vorwürfe machen? Wären sie gerechtfertigt?
  • Könnten die Eltern ihm Vorwürfe machen? Wären sie gerechtfertigt?


5. Angenommen, Frank fährt schneller und es kommt zu einem Unfall, bei dem Larissa verletzt wird.

  • Könnte ihm Larissa dann Vorwürfe machen?
  • Könnten ihm die Eltern Vorwürfe machen? Wären sie gerechtfertigt?

 

Der Lehrer kann die Situation abwandeln, wenn sich die Klasse in ihrer überwiegenden Mehrheit einer der beiden Positionen anschließt. Entsprechende Vorschläge, die die Mehrheitsverhältnisse in die eine oder andere Richtung verschieben können, sind:

 

  • Bei zu vielen Stimmen für "Geschwindigkeit beibehalten":
    • Larissa ist schon mehrfach zu spät nach Hause gekommen. Ihre Eltern haben Ausgehverbot für die nächsten Wochenenden angedroht. 
  • Bei zu vielen Stimmen für "Schneller fahren":
    • Es setzt heftiger Regen ein. Die Sicht ist schlecht und Frank fühlt sich beim Fahren sehr angespannt.

 

Konzept nach: Geiler, Michael: Risiko und Risikoverhalten, in: Jugend & Verkehr. Projekte für die Sekundarstufe II., Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht, Meckenheim 1998, Heft 5,  S. 23 und CD-ROM

 


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