Schule begleitet Fahren
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Wir entdecken Gefahren


Name: Wir entdecken Gefahren
Thema: Gefahrenantizipation
Methode: Beobachtungsfahrt / Gruppenfahrt
Material / Medien: Arbeitsblätter M1, M2, M3, M4
Fächer: Deutsch, Ethik, Pädagogik, Politik, Religion, Sozialwissenschaften
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium
Zeit: Vor- und Nachbereitung im Unterricht je 1 Stunde
Autor/Projektträger: Jugend und Verkehr. Projekte für die Sek. II. Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht
Schwerpunkte: Beobachtungsfahrt, Eigenwahrnehmung, Einstellung, Empfindungen, Fahrstil, Fremdwahrnehmung, Führerschein, Gefahrenwahrnehmung, Gruppenfahrten, Konflikte, Risikoeinschätzung, Risikominderung, Risikoverhalten, Verantwortung

Wir entdecken Gefahren


Beobachtungsaufgabe: Gefahren entdecken

Sachinformation

 

Eine Situation zu erkennen, richtig einzuschätzen sowie die weitere Entwicklung zu antizipieren sind Voraussetzungen, um sich sicher im Verkehr zu bewegen. Da an Verkehrssituationen meist mehrere Personen beteiligt sind, ist von entscheidender Bedeutung, das Verhalten anderer möglichst zutreffend vorauszusehen. Dazu muss man sich in die Lage des anderen hineindenken können (Empathie) und bewusst die Anzeichen registrieren, die Aufschluss über sein zu erwartendes Verhalten geben.

 

Überraschungen, Ärger, Frustrationen und Überforderungen lassen sich so teilweise vermeiden. Man kann sein Verhalten leichter auf das der anderen einstellen und durch eigenes Handeln die Entwicklung beeinflussen, Konflikte und gefährliche Situationen entschärfen und Fehler anderer ausbügeln. Beobachtungsaufgaben helfen Schülern, ihren Sinn für Gefahrenantizipation zu schärfen.

 

Ziele

 

Die Schüler üben, Gefahren frühzeitig zu erkennen, einen besseren Überblick zu gewinnen und das Verhalten anderer "voraussehen". Ihre Bereitschaft, anderen Verkehrsteilnehmern Fehler zu nachzusehen und diese "auszubügeln", wird gefördert.

 

Arbeitsblatt

 

Die Arbeitsblätter "Wir entdecken Gefahren und gewinnen einen besseren Überblick" stellen unterschiedliche Beobachtungsaufgaben: einmal für den Fahrer (M 1), sodann für die Mitfahrer (M 2 bis M 4). Jedes Mitglied der Fahrgruppe kennt auch die Aufträge der anderen.

 

Als Einstieg und eignen sich die Folien der Unterrichtsanregung "Womit müssen Sie rechnen?"

 

Bildung von Fahrgruppen

 

Eine Gruppe besteht aus zwei bis vier Personen. Dies hängt nicht zuletzt von der Zahl der Fahrer in der Klasse ab. Eine Begrenzung auf zwei Schüler ist geeignet, unerwünschte gruppendynamische Erscheinungen (z.B. Blödeleien während der Fahrt) weniger wahrscheinlich zu machen.

 

Hinsichtlich der Zusammensetzung ist es am günstigsten, wenn der Lehrer die Gruppen nach Neigung zustande kommen lässt, ansonsten keine Vorgaben macht. Eine Ausnahme besteht, wenn sich Schüler, die als sehr riskant und draufgängerisch fahrend bekannt sind, zu einer Gruppe zusammenschließen und der Lehrer den Eindruck hat, dass sie die Gruppenfahrt nicht im Sinne der Aufgabenstellung durchführen.

 

Festlegung der Fahrroute

 

Im Vorfeld muss die Strecke festgelegt werden, z.B. anhand einer Straßenkarte mit großem Maßstab. Die Fahrzeit sollte lang genug sein, um ausreichend Beobachtungen und Erfahrungen sammeln zu können. 30 Minuten reichen in der Regel aus. Es bietet sich an, eine Alltagsroute eines Schülers auszuwählen (z.B. Weg zur Arbeit, zur Schule, zur Disko). Durchgeführt wird die Fahrt in der Unterrichtszeit oder in der Freizeit als "Hausaufgabe" zu einem festgelegten Termin.

 

Durchführung von Gruppenfahrten

 

Checkliste zur Vorbereitung:

  • Sind die "richtigen" Schüler zu Gruppen zusammengefasst? Die "richtigen" Schüler als Fahrer festgelegt?
  • Sind Fahrauftrag und Beobachtungsaufträge erklärt und verstanden?
  • Sind die Schüler zur ernsthaften Mitarbeit bereit? (Verpflichtungserklärung?)
  • Sind Fahrstrecke und Fahrzeit festgelegt und geeignet?

Erforderliche Materialien:

  • Kopien des Aufgabenblatts für den Fahrer und der Beobachtungsbögen für Mitfahrer.
  • Schreibunterlagen (z.B. Klemmbrett) und Stifte (Bleistifte sind besser als Kulis)
  • Uhr
  • Karte mit eingetragener Fahrstrecke

 Die Fahrt

 

Die Schüler müssen wissen, dass es mehr auf die Sammlung ganzheitlicher Eindrücke ankommt als auf eine exakte, vollständige Datenerhebung.

 

Gerade der Fahrer darf sich durch seine Aufgaben nicht vom eigentlichen Fahren ablenken lassen. Die Sicherheit hat absolute Priorität vor der Erfüllung der Aufgaben. Der Fahrer erhält keine Fehlerpunkte, wenn er etwas auslässt. Wenn es sich durch das Ansagen überfordert fühlt, sollte er sich ausschließlich aufs Fahren konzentrieren.

 

Auswertung

 

Zuerst lässt sich eine quantitative Auswertung vornehmen; hierzu können die Angaben des Fahrers - eventuell getrennt Beobachtungen vorne und hinten - ausgezählt werden (z.B.: Welche Gefahren sind am häufigsten genannt worden und haben die größte Aufmerksamkeit des Fahrers auf sich gezogen? Welche Gründe kann es dafür geben?).

 

Eine qualitative Auswertung schließt sich an. Sie kann nach folgenden Fragen vorgenommen werden:

  • Wie haben Sie die Fahrt (als Fahrer, als Beobachter) empfunden?
  • Was war schwierig oder leicht? Was war anders als auf früheren Fahrten?
  • Welche Erkenntnisse und Anregungen haben Sie durch die Fahrt erhalten? Sind Sie durch die Kommentierung auf Dinge aufmerksam geworden, auf die Sie bisher weniger geachtet haben?

 

Konzept aus: Geiler, Michael: Risiko und Risikoverhalten, in: Jugend & Verkehr. Projekte für die Sekundarstufe II., Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht, Meckenheim 1998, Heft 5, S. 51, 56 und 60

 


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