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Diskounfälle


Nirgendwo sind Jugendliche so gefährdet wie bei nächtlichen Fahrten am Wochenende. Der Begriff Diskounfälle hat eine traurige Berühmtheit erlangt. Zahllose Kreuze am Wegesrand sind stumme Zeugen menschlicher Tragödien. In den Abend- und Nachtstunden des Wochenendes, besonders freitags von 22 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 0 und 6 Uhr verunglücken sehr viele junge Leute tödlich. In den 14 Nachtstunden des Wochenendes kam etwa jeder fünfte (20,5 %) der 737 im Jahr 2011 bei Verkehrsunfällen getöteten 18- bis 24-Jährigen ums Leben, aber nur 5,3 % der Getöteten der übrigen Altersgruppen.

Der Weg zur Disko ist in der Regel unproblematisch, ob mit dem Wagen, mit Freunden oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Schwieriger ist es, spät abends oder nachts wieder nach Hause zu kommen. Die letzte Bahn ist lange weg, Diskobusse fahren längst nicht überall. Bleibt vielfach nur der Wagen.

Meist wirkt ein ganzes Bündel von Faktoren auf verhängnisvolle Weise zusammen. Typisch für Diskounfälle, bei denen in der Regel mehrere Jugendliche im Auto sitzen, sind:

  • zu hohe Geschwindigkeit,
  • Fahren in übermüdetem Zustand,
  • Fahren bei Dunkelheit,
  • Einfluss von Alkohol und/oder Drogen,
  • laute Musik und Partystimmung im Auto,
  • Ablenkung durch Mitfahrer,
  • Imponiergehabe gegenüber den Mitfahrern,
  • mangelndes Gefahrenbewusstsein,
  • Überschätzung des eigenen fahrerischen Könnens,
  • hohe Risikobereitschaft,
  • geringe Fahrerfahrung,
  • nicht Angeschnallt-Sein,
  • Fahrten zum Zweck des Frustrationsabbaus (Extramotive).


Ein Unfall ist vorprogrammiert. Wie schwer er ausfällt, hängt vielfach vom Zufall ab. Wer Glück hat, rollt auf einer Wiese oder einem Acker aus, im schlimmsten Fall prallt der Wagen frontal gegen einen Baum oder in ein entgegenkommendes Fahrzeug.

Deshalb sollt man sich nicht erst morgens um vier Gedanken über den Heimweg machen. Freunde sollten vorher absprechen, wer fährt. Alkohol ist für den Betreffenden dann tabu. Auf der Rückfahrt sollten die Beifahrer im Wagen nicht munter weiterfeiern und den - meist unerfahrenen - Fahrer ablenken.

Sollte keiner aus der Clique mehr fahrtüchtig sein, muss man in den sauren Apfel beißen und ein Taxi kommen lassen. Auf keinen Fall sollte man sich verleiten lassen, zu jemand in den Wagen zu steigen, der getrunken hat. Gesund sein Ziel zu erreichen ist allemal cooler als im Graben zu enden.

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