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Hilfe in Krisenfällen


Was tun, wenn ein Schüler der eigenen Klasse im Straßenverkehr tödlich verunglückt? Wie reagieren, wenn eine Schülerin bei einem Unfall so schwer verletzt wird, dass sie an den Folgen möglicherweise ein Leben lang zu tragen hat? Wie mit den Schülern darüber sprechen, wenn ein guter Freund oder ein Verwandter bei einem Unfall ums Leben kommt?

 

Solchen nicht vorhersehbaren Situationen kann jeder Lehrer oder jede Lehrerin gegenüberstehen. Und er/sie muss nicht nur mit dem eigenen Schmerz und der eigenen Betroffenheit und Trauer umgehen, sondern auch mit seiner/ihrer Klasse darüber sprechen. Viele Lehrer fühlen sich in einer solchen Situation überfordert. Sie möchten helfen, wissen aber nicht genau, was zu tun ist.

 

Klar ist eigentlich nur, dass man einen solchen Krisenfall weder totschweigen kann, noch nach ein paar gut gemeinten Trostfloskeln zum Alltag zurückkehren kann. Der Tod eines Mitschülers ist ein tiefer Einschnitt, alle reagieren - wenn auch auf unterschiedliche Weise - auf ein solches Ereignis.

 

Einen praktischen Leitfaden, an dem man sich orientieren kann, gibt es nicht. Dennoch lassen sich einige Punkte nennen, die den Umgang mit einer solchen Situation erleichtern können. Und Sie können im Vorfeld organisatorische Voraussetzungen schaffen, die das Krisenmanagement vereinfachen.

 

Zuhören

 

Wichtig ist, einfach da zu sein, gemeinsam mit der Klasse die Trauer anzunehmen, auszuhalten und zu verarbeiten. Zuhören und aufmerksam sein, behutsam den Schülern anzubieten, über das Vorgefallene zu sprechen, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle zu äußern, wenn sie mögen. Zu diesem gemeinsamen Aushalten gehört auch, gemeinsam schweigen zu können. Auch die Lehrer dürfen Gefühle zeigen.

 

Wenn einzelne Schüler dies wünschen oder Sie den Eindruck haben, es täte ihnen gut, sollte auch die Möglichkeit zu Einzelgesprächen bestehen, etwa mit einem Psychologen, Seelsorger oder einem Vertrauenslehrer.

 

Lehrer müssen mit sehr unterschiedlichen Reaktionen ihrer Schüler rechnen: von Verwirrung und Fassungslosigkeit bis zu scheinbar völliger Passivität und Emotionslosigkeit. Möglicherweise werden sie auch mit fast zynisch anmutenden Bemerkungen einzelner Schüler konfrontiert, die auf diese Art versuchen, das Geschehene nicht an sich heranzulassen.

 

Schulpsychologische Hilfe

 

Ob und wie Lehrer mit einer solchen Situation alleine umgehen können, hängt vom Einzelfall ab. In jedem Fall können betroffene Kollegen die Hilfe eines Schulpsychologen in Anspruch nehmen. Nur in wenigen Fällen verfügen Schulen über einen eigenen Schulpsychologen. In den meisten Regionen gibt es allerdings eigene Beratungsstellen.

 

Schulpsychologische Ansprechpartner finden Sie unter anderem im Internet. Unter www.schulpsychologie.de sind - nach Bundesländern geordnet - die schulpsychologischen Dienste und Beratungsstellen aufgelistet.

 

Das Planbare planen

 

Krisenfälle sind nicht vorhersehbar. Sie geschehen meist aus heiterem Himmel. Dennoch hat jede Schule die Möglichkeit, sich im Rahmen des Möglichen auf solche Situationen vorzubereiten. Dies gilt für jede Art von Krise, von Gewalttaten an der Schule bis zum Umgang mit Verlust und Tod.

 

  • Stellen Sie ein Krisenteam auf.
  • Einzelne Mitglieder des Teams bereiten sich auf unterschiedliche Arten von Notfällen vor.
  • Tragen Sie auf einem Krisenplan alle notwendigen Ansprechpartner mit Kontaktadressen und Rufnummern zusammen.
  • Bereiten Sie Merkblätter für verschiedene Krisenszenarien vor. Ein Beispiel für den Umgang mit einem Todesfall im Schulumfeld finden Sie hier.
  • Erkundigen Sie sich, ob es im Bereich Ihrer Schule oder in Ihrem Bundesland schulpsychologische Netzwerke gibt, wie beispielsweise in Bayern (www.kibbs.de; www.lbsp.de) oder NRW.
  • Erkundigen Sie sich bei den für Sie zuständigen Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbänden.
  • Die großen Hilfsorganisationen bieten für Krisenfälle psychologische Hilfe an:
    • Das Rote Kreuz bietet auf lokaler Ebene Kriseninterventionsteams (KITs) an, die zur psychologischen Betreuen zur Verfügung stehen. (www.drk.de)
    • Die Johanniter-Unfall-Hilfe bietet ebenfalls Kriseninterventionsteams an; nähere Auskünfte erteilt Herr Strate. (leander.strate@juh.de) (http://www.juh.de)
    • Der Arbeiter-Samariter-Bund bietet einen Kriseninterventionsdienst, der zentral im Rettungsdienst München koordiniert wird. Dort kann man Ihnen die für Sie zuständigen Stellen beim ASB nennen. (http://www.kit-muenchen.info) 
    • Der Malteser Hilfsdienst bietet ein Krisenpräventions-Team, bei denen betroffenen Schulen und Lehrer wichtige Tipps bekommen können. (http://www.malteser.de)
  • Die großen Kirchen bieten ebenfalls Notfallseelsorge an:
    • Informationen zum Angebot der Katholischen und der Evangelischen Kirche finden Sie auf einer gemeinsamen Website unter http://www.notfallseelsorge.de.

 

Literatur:

 

Englbrecht, Arthur / Storath, Roland: In Krisen helfen (mit CD-ROM), Berlin 2006 (Material 4)

 

 


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