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"Nimm mal den Fuß vom Gas!"


Name: Nimm mal den Fuß vom Gas!
Thema: Konflikte im Auto
Methode: Rollenspiel
Material / Medien: Arbeitsblatt
Fächer: Deutsch, Politik, Sozialwissenschaften, Pädagogik, Religion, Ethik
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule
Zeit: 1 Stunde, 2 Stunden
Autor/Projektträger: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR): Jugend will sicher leben - sicher unterwegs, 2004 (<a href="http://www.dvr.de " target="_blank" >www.dvr.de</a>)
Schwerpunkte: Eigenwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Fahrstil, Gender, Gruppenfahrten, Konflikte, Mitfahrer, Risikominderung, Sozialverhalten, Verantwortung

"Nimm mal den Fuß vom Gas!"


Quelle: GWM / DVR
Junge Fahrer beim Rollenspiel

Sachinformation

 

Beifahrerinnen (Beifahrer) können Risiko mindernden Einfluss auf den Fahrer (die Fahrerin) ausüben. Häufig reicht die Gegenwart von Beifahrern aus, dem Fahrer seine Verantwortung zu verdeutlichen und ihn zu angemessener Fahrweise anzuhalten. Anders jedoch, wenn der Fahrer wenig Einfühlungsvermögen in die Gefühlswelt anderer Menschen besitzt, wenn er sein Auto gebraucht, um sich zu profilieren und mit seinem Fahrstil anderen imponieren möchte, wenn er Geschwindigkeit als Rausch erlebt, mit dem Auto den "Kick" sucht oder er die Einstellung hat, dass nur eine "sportliche" Fahrweise eine gute Fahrweise ist.

 

Bei solchen Fahrern müssen Beifahrer den Mut haben, den Fahrer anzusprechen. Wie aber den richtigen Ton finden? Das Verhältnis der Fahrzeuginsassen zueinander ist dabei von ausschlaggebender Bedeutung. Ist die Beziehung in Ordnung, kann ein deutlicher Appell Erfolg bringen: "Fahr bitte langsamer!" Sind die Beziehungen gestört, gibt es Gruppennormen, die wichtiger sind als Sicherheitserwägungen, oder lässt sich der Fahrer in diesen Bereich "nicht reinreden", dann kann der Wunsch nach verändertem Fahrverhalten nur unter erschwerten Bedingungen vorgebracht werden. Du-Aussagen ("Du fährst wie eine gesengte Sau!") können aus einer Kritik einen Konflikt werden lassen. Auch Ironie ("Du hast Deinen Führerschein wohl im Lotto gewonnen?") kann verletzend wirken und eher das Gegenteil erreichen. Am ehesten Erfolg verspricht, wenn die Beifahrer gelernt haben, von sich selbst zu sprechen und ihre Wünsche in "Ich-Aussagen" zu formulieren: "Ich mag nicht, wenn du so schnell fährst." "Ich habe Angst, wenn du so schnell fährst. Bitte fahre etwas langsamer."

 

Im Rollenspiel übernehmen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Rollen und versuchen, sie gemäß ihrer eigenen Erfahrung auszufüllen. Wichtig ist die genaue Darstellung des Problems bzw. der Situation mit exakten Rollenangaben. Es empfiehlt sich, die Rollenvorgaben (vgl. Eingangsgeschichte) schriftlich auszuteilen.

 

Ziele

 

Die Schülerinnen und Schülern sollen erkennen, dass nicht alle Mitfahrer den eigenen Fahrstil billigen; Mitfahrern soll Mut gemacht werden, ihre Wünsche nach sicherer Fahrweise offen auszusprechen.

 

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • verstehen, dass der eigene Fahrstil nicht immer den Wünschen und Bedürfnissen der Mitfahrer entspricht,
  • bereit sein, auf nichtsprachliche Signale von Furcht oder Unsicherheit bzw. auf offene Appelle einzugehen und den Fahrstil darauf abzustimmen,
  • erkennen, dass manchmal nur eine offene Ansprache des Fahrers zum gewünschten Ziel führt,
  • bereit sein, Fahrer zu bitten, so zu fahren, dass ihnen bei der Fahrt nicht unwohl ist und sie sich nicht fürchten,
  • in der Lage sein, geeignete Botschaften zu senden.

 

Methodische Hinweise

 

Rollenspiel

 

Die Vorbereitungszeit zum Rollenspiel sollte kurz sein, um die Entwicklung umfangreicher "theoretischer" Lösungskonzepte und Spielpläne zu vermeiden. Ebenso wichtig ist es, das Spiel frühzeitig abzubrechen, damit der zündende Funke für die spätere Auswertung erhalten bleibt. Keinesfalls so lange spielen lassen, bis den Akteuren nichts mehr einfällt. Rollenspiele setzen ein Vertrauensklima in der Gruppe und eine Grundbereitschaft für spielerische Methoden voraus. Dann können sie gelingen und geraten nicht zur peinlichen Situation.

 

Arbeitsblatt "Nimm mal den Fuß vom Gas!"

 

Die Schüler bereiten sich durch aufmerksames Lesen der Geschichte auf das Rollenspiel vor.

 

Moderationsfragen für die Abschlussrunde:

 

An Niko:

  • War das Gespräch für Sie realistisch? Hätten Sie als Fahrer ähnlich argumentiert? Würden Sie als Fahrer nach dem Gespräch den Fuß vom Gas nehmen und langsamer fahren?

An Claudia:

  • Haben Sie den Fahrer so angesprochen, wie Sie das in der Arbeitsgruppe verabredet haben? Sind Sie zufrieden mit dem Gespräch? Glauben Sie, dass Sie in der Realität mit einem ähnlichen Fahrer wie Niko Ihr Ziel erreicht hätten?

Fragen an die ganze Klasse:

  • Würden Sie einen Fahrer ähnlich ansprechen? Anders? Wie?
  • Wer hat solche Situationen schon einmal erlebt?
  • Wie reagieren Fahrer wie Niko auf Wünsche nach langsamerer Fahrweise?
  • Warum sind solche Gespräche besonders schwierig?
  • Wie war der Einfluss von Andrea und Jan?
  • Wie muss man die Botschaft formulieren, damit sie ankommt?
  • Was sollte man besser nicht sagen?

 

(nach: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR): Sicher unterwegs - Unterrichtskonzept für die Sekundarstufe II, CD-ROM, 2004)

 


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