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Null-Promille für Fahranfänger?


Name: Null-Promille für Fahranfänger?
Thema: Alkoholverbot für Fahranfänger
Methode: Englische Debatte
Fächer: Biologie, Deutsch, Ethik, Politik, Religion, Sozialwissenschaften
Einsatzort: Berufskollege / Berufsschulen / Gymnasien / Gesamtschulen
Zeit: 1 Stunde, 2 Stunden
Schwerpunkte: Alkohol, Diskounfälle - Wochenendfahrten, Führerschein, Probezeit

Null-Promille für Fahranfänger?


Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn
Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss

Sachinformation

 

Fahranfänger brauchen einen klaren Kopf. Deshalb dürfen Führerscheinneulinge seit dem 1. August 2007 generell keinen Alkohol mehr trinken, wenn sie Auto fahren. Das Gesetz sieht vor, dass für Fahranfänger in der zweijährigen Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres die Null-Promille-Grenze gilt.

 

Damit soll der besonderen Gefährdung junger Fahrer begegnet werden. Die fehlende Routine beim Autofahren, ein Mangel an Erfahrung, Risikofreude und eine Überschätzung des eigenen Könnens bilden das spezifische Gefahrenpotenzial von Fahranfängern. Untersuchungen belegen, dass ihr Unfallrisiko schon bei der geringen Menge von 0,1 Promille Alkohol um 25% steigt und sich bei 0,5 Promille sogar verdoppelt. Die neue Regelung soll nicht zuletzt verhindern, dass sich junge Menschen an die 0,5 Promille-Grenze herantrinken.

 

Die Statistik belegt das Gefährdungspotenzial: Obwohl der Anteil der jungen Fahrer an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2005 nur bei 8,2% lag und sie nur 11% der Führerscheininhaber stellen, waren sie an 33% der Unfälle unter Alkoholeinfluss beteiligt. Annähernd 2.000 alkoholisierte Fahrer zwischen 18 und 21 Jahren waren im Jahr 2005 in Unfälle verwickelt. In der Altersklasse der 21- bis 25-Jährigen waren es nochmals fast 2.300 junge Fahrer.

 

Verstöße gegen das Verbot werden mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro und zwei Punkten im Verkehrszentralregister geahndet. Zudem kann für Fahranfänger, die sich noch in der Probezeit befinden, die Probezeit um weitere 2 Jahre verlängert und ein Aufbauseminar mit Kosten von bis zu 200 Euro angeordnet werden. 

 

Wie denken Jugendliche über eine solche Regelung? Mithilfe einer Englischen Debatte können Sie die Frage im Unterricht diskutieren lassen.

 

Ziele

 

Die Schüler lernen einen weiteren Mosaikbaustein kennen, der dazu beitragen soll, die Unfallzahlen junger Fahrer zu senken: die geplante Null-Promille-Regel für Fahranfänger. Sie setzen sich kritisch mit dieser Regel auseinander.

 

Methodische Hinweise zur Englischen Debatte

 

Der Kurs wird in zwei Diskussions- und eine Bewertungsgruppe aufgeteilt. Eine Diskussionsgruppe sucht Argumente für eine Position (hier: Null-Promille für Fahranfänger?), die andere Gegenargumente. Die Bewertungsgruppe (Jury) überlegt derweil, welche Argumente kommen könnten und versucht aus ihrer Sicht, die Kriterien zu bestimmen, die für die Beurteilung der Frage wesentlich sind. Diese Arbeitsphase dauert circa 15 Minuten. Jeweils drei Schülerinnen / Schüler beider Gruppen tragen ihre Argumente vor, Dauer pro Gruppe etwa zwei Minuten.

 

Danach folgt eine zweite Beratungsphase (5 - 10 Minuten), in der jede Gruppe auch bisher nicht bedachte Argumente der anderen Seite einbezieht. Nun folgt erneut eine Diskussionsrunde, in der wiederum jeweils drei Schüler beider Gruppen im Plenum jeweils etwa zwei Minuten in ständigem Wechsel ihre Positionen vertreten. Zum Schluss berät die Jury und vertritt die von ihr gefundene Bewertung vor der Klasse. Daran schließt sich eine allgemeine Diskussion an.

 

Der Lehrer kann - je nach Bedarf - zusätzliche Informationen einbringen. Stellung beziehen sollte er während der Debatte nicht. Auch nach der Debatte sollte er sich mit eigenen Wertungen zurückhalten. Ein Ringen um die besseren Argumente kennt kein richtig oder falsch. Das heißt nicht, dass er nicht seine Meinung deutlich machen sollte, falls er aus triftigen Gründen überhaupt nicht mit dem Ergebnis einverstanden ist.

 

Argumente pro

  • Es bringt mehr Sicherheit und rettet Leben.
  • Statistisch ist belegt, dass kleinste Mengen Alkohol bei Fahranfängern bereits deutlich mehr Wirkung zeigen als bei erfahrenen Fahrern, da Anfänger wesentlich weniger Automatismen haben und deutlich mehr Konzentration und Aufmerksamkeit am Steuer brauchen.
  • Die besondere Gefahr für Anfänger kann man so reduzieren.
  • Eine solche Regelung würde einem sinnvollen Anliegen mehr Gewicht verleihen.
  • Man wird gar nicht erst in Versuchung geführt, doch ein Glas zu trinken.
  • Man kann sich besser gegen Gruppendruck behaupten.
  • usw.

 

Argumente contra

  • Wenn schon Null-Promille, dann für alle.
  • Warum eine Sonderregel für Fahranfänger?
  • Nur weil einige Jugendliche unvernünftig sind, sollen alle "bestraft" werden?
  • "Wir sind erwachsen und brauchen keine besonderen Regeln".
  • usw.


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