Schule begleitet Fahren
 SitemapKontaktDatenschutzImpressum

Risikoeinschätzung


Name: Risikoeinschätzung
Thema: Objektive Risikoverhältnisse und subjektive Risikoeinschätzung
Methode: Textarbeit, Unterrichtsgespräch
Material / Medien: Arbeitsblätter M1, M2, M3
Fächer: Biologie, Deutsch, Ethik, Pädagogik, Politik, Religion, Sozialwissenschaften
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule
Zeit: 1 Stunde, 2 Stunden, 3 Stunden
Autor/Projektträger: Jugend und Verkehr. Projekte für die Sek. II. Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht
Schwerpunkte: Einstellung, Empfindungen, Gefahrenwahrnehmung, Risikoeinschätzung

Risikoeinschätzung


Quelle: Lufthansa AG
Viele Menschen haben Flugangst, kaum jemand hat Angst im Auto.

Sachinformation

 

Bei der subjektiven Einschätzung von Risiken spielen die objektiven Risikoverhältnisse - also die Eintrittswahrscheinlichkeit eines unerwünschten Ereignisses (z.B. Unfall) und die Schadenshöhe (Verletzung, Tod) - oft nur eine untergeordnete Rolle. Ob ein Risiko als hoch oder niedrig eingeschätzt wird, ob man es akzeptiert oder sich dagegen auflehnt, hängt nicht nur von objektiven Zahlen und Fakten ab, sondern auch stark von Glauben, Ängsten und Wünschen. Als wichtig für die Risikobeurteilung erweisen sich z.B. die Auffälligkeit oder mentale Verfügbarkeit des Ereignisses, die Darstellungsweise der Folgen, das Katastrophenpotenzial, die persönliche Betroffenheit, die Freiwilligkeit, die Kontrollierbarkeit, die Verantwortlichkeit sowie das Signalpotenzial einer Situation

 

Ziele

 

Die Schüler arbeiten heraus, dass die subjektive Einschätzung und Wahrnehmung von Risiken kein reines Abbild der objektiven Risikoverhältnisse ist. Sie sollen wissen, welche Einflussgrößen sich auf Wahrnehmung und Einschätzung von Risiken auswirken und welche Mechanismen zu der in der Öffentlichkeit und beim Einzelnen weit verbreiteten Unterschätzung der Risiken des Straßenverkehrs beitragen. Die Schüler machen sich bewusst, welche Risiken sie in ihrem Alltagsleben eingehen.

 

Einstieg

 

Als Einstieg dient eine These des Risikoforschers P.M. Sandmann:

 

"The risks that kill you, are not necessarily the risks that anger and frighten you" (P.M. Sandmann)

 

  • Halten Sie diese Aussage für zutreffend?
  • Nennen Sie Beispiele, um Ihre Meinung zu begründen?

 

Arbeitsblätter

 

Materialblatt M 1, "Wie lassen sich folgende Beobachtungen erklären?", beschreibt Verhaltensweisen, bei denen Menschen auf unterschiedliche Risikomomente anders reagieren, als es vom objektiven Risikoverhältnis her zu erwarten wäre (z.B.: Herr und Frau X fliegen in getrennten Flugzeugen, damit ihre Kinder nicht Vollwaisen werden. Mit dem Auto fahren sie aber gemeinsam, obwohl Autofahren objektiv gefährlicher ist als Fliegen.).

 

Materialblatt M 2, "Einflussgrößen auf die Beurteilung von Risiken und Gefahren", bietet eine Reihe von Erklärungen für solches Verhalten, indem es Faktoren definiert, die bei der subjektiven Einschätzung des Risikos eine entscheidende Rolle spielen.

 

Variante a:
Die Schüler erhalten Materialblatt M 1. Sie lesen die Aussagen und erkennen die Widersprüche zwischen subjektiver und objektiver Risikoeinschätzung. In einem zweiten Schritt suchen sie- in Einzel- oder Gruppenarbeit - Begründungen für ein solches Verhalten. Sie arbeiten heraus, welche Einflussgrößen und psychologischen Zusammenhänge für die Beurteilung des Risikopotenzials des Straßenverkehrs durch die Öffentlichkeit und den Einzelnen eine wichtige Rolle spielen (siehe M 2).

 

Variante b:
Die Schüler erhalten die Materialblätter M 1 und M 2 und stellen Verbindungen zwischen den aufgeführten Phänomenen (M 1) und den Prinzipien (M 2) her.

 

Mögliche Lösungen: Die in M 1 beschriebenen Beobachtungen stehen vor allem mit folgenden Prinzipien (M 2) in engem Zusammenhang:  

1 -  e, f  

2 - c, f   

3 - c, h
4 - a   

5 - e, f, h   

6 - c, f
7 - c

8 - c, e, f

 

Beispiel
Die Aussage in M 1: "1. Als Mitfahrer haben viele Menschen Angst. Diese verschwindet aber, wenn sie selbst am Steuer sitzen ...." steht im Zusammenhang mit den Punkten e und f von M 2:

  • e) "Freiwillig eingegangene Risiken werden weniger kritisch gesehen und eher akzeptiert als Risiken, denen man unfreiwillig ausgesetzt ist."
  • f) "Tätigkeiten, bei denen man die Höhe des Risikos kontrollieren zu können glaubt (z.B. beim Bergsteigen, beim Autofahren) werden für weniger gefährlich gehalten...."

 

Optional
Der Lehrer kann vertiefend Materialblatt M 3, "Wie lassen sich folgende Verhaltensweisen erklären?", einsetzen und unter Hinzuziehung von M 2 von den Schülern bearbeiten lassen. M 3 bezieht sich auf Risikosituationen außerhalb des Straßenverkehrs.

 

Mögliche Lösungen: Die in M 3 aufgeführten Phänomene stehen vor allem mit folgenden Prinzipien (M 2) in engem Zusammenhang: 

1 - b  

2 - a   

3 - d
4 - e   

5 - g   

6 - e
7 - e, f  

8 - h   

9 - h


Konzept nach Geiler, Michael: Risiko und Risikoverhalten, in: Jugend & Verkehr. Projekte für die Sekundarstufe II., Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht, Meckenheim 1998, Heft 5,S. 25 ff.

 

 


Druckversion


Schule-begleitet-Fahren.de ist eine Initiative von: <br> <br>Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten <br>Deutsche Verkehrswacht e.V. <br>Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe <br>Rheinischer Gemeindeunfallversicherungsverband <br>Landesverkehrswacht Nordrhein-Westfalen <br>