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Rendez-vous mit Folgen


Name: Rendezvous mit Folgen
Thema: Fahren mit Alkohol?
Methode: Dilemmadiskussion
Material / Medien: Arbeitsblatt
Fächer: Deutsch, Politik, Sozialwissenschaften, Ethik, Pädagogik, Religion
Einsatzort: Berufskolleg, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule
Zeit: 1 Stunde
Autor / Projektträger: nach: Böcher, W./Geiler, M.: Eigenverantwortung und Regelbefolgung,. Hrsg. von der Deutschen Verkehrswacht
Schwerpunkte: Alkohol, Mitfahrer, Gender, Verantwortung, Dilemma

Rendez-vous mit Folgen


Rendezvous mit Folgen

Sachinformation

 

Die richtige Entscheidung treffen ist nicht immer einfach. Manchmal ergibt sich ein regelrechtes Dilemma, eine Situation, in der man sich zwischen Handlungsweisen entscheiden muss, die beide mit anerkannten Normen in Konflikt stehen. (Der Lehrer kann selbstverständlich auch von Schülern eingebrachte Dilemmata im Unterricht behandeln.)

 

Ziele

 

  • Bei den Schülern soll die Fähigkeit gefördert werden, mit solchen Situationen und Problemen konstruktiv umzugehen.
  • Sie sollen in belastenden Konfliktsituationen sichere Entscheidungen treffen und riskantes (Verkehrs-)Verhalten vermeiden.
  • Ihre Wahrnehmung von Widersprüchen und Diskrepanzen im Denken über Problem- und Konfliktsituationen soll gefördert werden und damit das Auffinden neuer und besserer Lösungen moralischer Probleme.

 

Methodische Hinweise

 

Die Diskussion von Dilemmasituationen wurde von Kohlberg als Ansatz der moralischen Erziehung entwickelt. Dilemmadiskussionen sollen die Entwicklung des moralischen Urteilsvermögens, das eine wesentliche Voraussetzung für moralisches Handeln ist, anregen.

 

Die Diskussion könnte folgendermaßen ablaufen:

 

  1. Konfrontation der Schüler mit der Situation (z.B. Vorlesen oder Ausgabe des Textes).
  2. Jeder Schüler schreibt in Einzelarbeit auf, für welche Alternative er sich entscheidet und warum er dies tut. Bekanntgabe der Wahl in der Klasse (z.B. Handaufzeigen). Erste Sammlung von Gründen für die Entscheidung (Tafelanschrieb).
  3. Kleingruppenarbeit: Diskussion der Entscheidungen und Begründungen. Folgende Arten von Kleingruppenarbeit sind möglich:
    • Schüler mit gleicher Ansicht in Bezug auf das Dilemma arbeiten zusammen. Ihre Aufgabe besteht darin, Begründungen für ihre Position zu sammeln, die besten herauszusuchen und sie anschließend vorzutragen. Dabei sollen sie auch begründen, warum die eine Begründung geeigneter erscheint als die andere.
    • Schüler mit unterschiedlicher Meinung arbeiten zusammen. Sie sollen die besten Begründungen für die beiden Standpunkte finden und dann in der Klasse vorzutragen. Auch sollen sie erläutern, warum eine Begründung besser ist als die andere.
    • Wenn die Klasse einstimmig auf einer Position verharrt, ist folgende Alternative möglich: Bildung mehrerer gleich großer Gruppen. Zwei Gruppen erhalten die Aufgabe, Argumente für ein bestimmtes Verhalten zu sammeln, die anderen stellen Gegenargumente zusammen. Danach werden im Plenum Argumentensammlungen an der Tafel erstellt.
  4. Nachdem die Schüler eine Reihe anderer Argumente gehört haben, überdenken sie ihre ursprüngliche Position (Welches ist Ihrer Meinung nach das beste Argument der Gegenseite?).

Der Lehrer sollte vermeiden, die von ihm favorisierte Handlungsalternative den Schülern aufzudrängen. Seine Aufgabe besteht darin, die Diskussion anzuregen und zu steuern.

 

Arbeitsblatt

 

Das Arbeitsblatt "Rendezvous mit Folgen" beschreibt eine typische Dilemmasituation.

 

Bei den Schülern soll die Fähigkeit gefördert werden, mit solchen Situationen und Problemen konstruktiv umzugehen.

 

Fragen zur Geschichte:

 

  1. Wäre es unter diesen Umständen gerechtfertigt, dass Dennis noch Auto fährt?
  2. Sollte Dennis Sarah alleine nach Hause gehen lassen?
  3. Ist es aus Sicht von Sarahs Eltern richtig, wenn Dennis Sarah nach Hause fährt - und aus Sicht der Eltern von Dennis?
  4. Angenommen, Dennis bringt Sarah nach Hause und wird von der Polizei angehalten. Wäre es gerechtfertigt, dass Dennis wegen Trunkenheit im Straßenverkehr bestraft wird?
  5. Alkohol im Straßenverkehr ist gefährlich. Sollte ein Richter dennoch berücksichtigen, warum ein Fahrer betrunken fährt?

 

Vorschläge zur Abwandlung des Dilemmas:


  • Bei zu vielen Stimmen für "fahren": Dennis' älterer Bruder ist vor einem halben Jahr mit dem Motorrad schwer verunglückt, weil er zuviel Alkohol getrunken hatte. 
  • Bei zu vielen Stimmen für "nicht fahren": Sarah erzählt Dennis, dass vor einigen Wochen in der Gegend eine junge Frau in ihrem Alter nachts sexuell belästigt worden ist.


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